Pressestimmen


"Wochenend und Sonnenschein" (Salatgarten 2/2013)

Dieser Titel hätte in des Repertoire von "Meine Herr'n" gepasst. Freitagabend und herrliches Sommerwetter! Sie singen den alten Titel der Comedian Harmonists nicht, verlegten aber kurz entschlossen ihre Darbietung in das Amphitheater. Das Publikum dankte mit vollbesetzten Reihen. Der Sommerabend war auch zu schön, um in der Scheune aufzutreten. Jan Damitz, Dino Dornis und Michael Herrmann, keine Unbekannten in der Berliner Jazzszene, nahmen das Publikum mit auf eine Zeitreise in die Unterhaltungsmusik der zwanziger bis vierziger Jahre. Alte UFA-Filmmusik erklang, von Jan Damitz launig vorgetragen, dabei auch noch den "Swingbesen" auf den Trommeln rührend. Die Überleitungen mit kleinen Anspielungen, Anekdoten und Humor gewürzt. Da kam selbst das überwiegend norddeutsche Publikum, berühmt wegen seines verhaltenen Tempraments, aus sich heraus. Aber auch seine Mitstreiter bewiesen Klasse: Dino Dornis spielte einen Swing auf der Gitarre und Michael Herrmann zupfte seinen Kontrabass, das Publikum jubelte! "Mein kleiner grüner Kaktus", die Zuhörer avancierten zu Mitsingern, "Ein Freund, ein guter Freund", aus dem Tonfilmklassiker "Die Drei von der Tankstelle", die Zuschauer wurden Mitschnipser und -summer. Auch einige "Durchhalteschlager" wurden gespielt, der geschichtliche Hintergrund dieser Musik bissig- launig unter das Publikum gebracht. Nach mehreren Zugaben- die Feuchtigkeit zog schon vom nahen See zwischen die Reihen des Publikums- fand die Vorstellung, für die Zuschauer noch zu früh, ihren Abschluss.
"Meine Herr'n- das war ein toller Abend!"
(Lutz Dettmann)


"Waden sehn, rund und schön"- "Meine Herr'n!" swingten im Restaurant Harlekin (MAZ, 14.02. 2011)

RATHENOW - Kurz nach 20 Uhr erfüllten am Samstagabend die ersten dumpfen Basstöne das Restaurant Harlekin im Rathenower Kulturzentrum. In dem ausverkauften Lokal wurde nach einem leckeren Abendessen zum Nachtisch Swing serviert. Weiße Weste, weiße Fliege zu schwarzem Zylinder und schwarzem Frack, dazu ein weißer Schal und an den Füßen edle Lederschuhe, so betrat Moderator und Sänger Jan Damitz das Restaurant. Ebenso wie seine beiden Mitstreiter verkörperte er vom Scheitel bis zur Sohle die Goldenen 20er.
Mit „Musik, Musik, Musik“ begann die Reise in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, die nicht nur mit Musik gespickt war. Damitz hatte zu jedem Lied auch eine kleine Geschichte parat: „Am 14. Januar 1926 stand Berlin Kopf“, so Damitz. Grund sei die farbige Revuetänzerin Josephine Baker gewesen, die nur mit einem Gürtel aus Bananen bekleidet im Nelson-Theater am Kurfürstendamm auftrat. Das passende Lied zur Geschichte lieferten die Musiker prompt. Stephan Janas entlockte seiner Gitarre Südseeklänge und Damitz sang „Mein kaffeebraunes Mädchen“.
Das erste Kapitel des Abends widmeten „Meine Herrn“ der holden Weiblichkeit. Damitz erinnerte an den Zwickelerlass von 1932, der der Damenwelt genau vorschrieb, wie Bademode geschnitten sein durfte und was sie unbedingt bedecken musste. Die Waden gehörten zur Freude der Männer nicht dazu. Auch zu diesem Thema hatte Damitz ein passendes Lied parat: „Ich hab das Fräulein Helen baden sehn“. Beim Gedanken badender Frauen wurde nicht nur dem Publikum wärmer, auch Damitz musste nun Zylinder und Schal ablegen. An den Tischen sang derweil das Publikum „Waden sehn, rund und schön“.
Michael Herrmanns Kontrabass brummte zum Titel „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“, den die Männer ihrer Gattin vor dem Schlafengehen vorsingen sollten, empfahl Damitz. Wie sich herausstellte waren die Herren bereits textsicher. „Das waren noch Liebeslieder und nicht wie heute 'Hölle, Hölle'“, schwärmte Damitz.
Der Sänger verstand es, das Publikum mit Charme und Humor zu begeistern. Nach „Ich möcht einmal ein Floh sein“ verkündete der Sänger: „Wir sind jetzt auf der sündigen Meile angekommen, Rathenow bei Nacht“. Welches Lied wäre da passender als Zarah Leanders Hymne „Kann denn Liebe Sünde sein“? Damitz, der eigentlich auf der Theaterbühne zu Hause ist, tanzte mit dem Mikro in der Hand, ließ gekonnt das „R“ rollen und wickelte mit seinem schauspielerischen Talent nicht nur das weibliche Publikum um den Finger. Es wurde mitgeschnippt und mitgepfiffen.
Seit Juni 2010 treten Damitz, Herrmann und Janas als „Meine Herrn“ auf. Die drei teilen die Leidenschaft für die Musik der 20er, 30er und 40er Jahre und haben für ihre Auftritte die Hits von damals neu arrangiert. Liebeskummer, Heimweh, Freundschaft – „Meine Herrn“ bewiesen mit der Auswahl der Lieder, wie vielseitig diese Musik ist. So mancher Gast war erstaunt, dass er fast alle Texte kannte, offenbar waren sie bisweilen nur im Hinterstübchen verschwunden. (Von Christin Schmidt)


KONZERT: MIt frivoler Fröhlichkeit- Das Trio "Meine Herr'n!" stimmte zum Swing im Meyenburger Schloss an (MAZ, 14.11. 2011)

MEYENBURG - Ausgelassen, verrückt und frivol – das zeichnete die Mode in den 1920er Jahren aus. Glanz und Glamour ließen die Menschen die Probleme der damaligen Wirtschaftskrise zeitweilig vergessen, so Josefine Edle von Krepl vom gastgebenden Förderverein Modemuseum Schloss Meyenburg am Samstagabend. Und auch die Musik war für die Menschen wie „ein Rausch“, wie Jan Damitz vom Trio „Meine Herr'n“ verriet. Das Ensemble, zu dem auch Stephan Janas (Gitarre) und Michael Herrmann (Kontrabass) gehören, gastierte mit dem Programm „Swing im Frack“ im Modemuseum. Die Drei spielten unplugged und vor vollem Haus.
„Die 20er Jahre bieten wirklich interessante Texte, die viel verrieten, aber dabei auch viel offen ließen“, so Damitz. Und schon stimmten die drei Musiker „Mein kaffeebraunes Mädchen“ an, womit sie an den legendären Auftritt von Josephine Baker im Januar 1926 im Berliner Nelsontheater erinnerten. Mit Hüftschwung, wildem Tanz und Swingmusik ließen „Meine Herr'n“ die damals sündige Zeit wieder auferstehen. „Ich lass meinen Körper schwarz bepinseln“ gilt als Hommage an die Fidschi-Inseln und mit der Tröte brachte Jan Damitz lockere Zwischentöne ins Spiel. Ebenso erinnerte das Trio im Frack an den so genannten Zwickelerlass der 1930er Jahre, der Zucht und Ordnung in die Freizügigkeiten brachte: Nackte Haut beim Baden war der Obrigkeit nicht geheuer. Die Künstler begeisterten mit diesem Querschnitt unvergessener Melodien das Publikum. (Von Christamaria Ruch)