Pressestimmen


"Im Zauber der blau züngelnden Flamme"
Schauspieler-Duo spielte und servierte "Die Feuerzangenbowle"

Bezirksmuseum-Alt Marzahn/TP – Der Ort ernsthafter Präsentationen neuester Erkenntnisse der Regional- und Lokalgeschichte wollte im ersten Monat des neuen Jahres endlich einmal aus diesem Rahmen fallen. Das Souterrain war angerichtet für einen Abend heiter-beschwingter Erinnerungen. Es roch förmlich nach der Zeit und nach der stofflichen Hülle dessen, das sie in jedem aufleben lässt: die Schulzeit und die Feuerzangenbowle. Nun mag letztere nicht jedermanns Geschmack sein, doch den eigenen Weg durch diverse niedere und höhere Lehranstalten wird niemand vergessen haben, der den Weg durch den regnerischen Abend nicht scheute...
Eine Schulglocke ertönte, dargestellt von einem "Handglöckchen", dessen Aufgabe jeder Anwesende sofort verstand: die Stunde hatte begonnen. Prompt betraten zwei sonore Herren im Frack und mit ernster Miene gebieterisch die Szene. Der eine lang und hager, der andere – na ja. Ohne Frack wäre er mit seinem Wallebart sicher auch als "kleiner Wildecker Herzbube" durchgegangen. Doch wehe, wenn er losgelassen. Aber das nehmen wir noch durch. Die Schauspieler Jan Damitz und Helmuth Meier-Lautenschläger schufen zuvor nämlich erstmal erinnerungsfördernde Atmosphäre. Ein vierarmiger silberner Leuchter mit brennenden Kerzen wird hereingetragen. In dessen Lichtkegel platziert Damitz die bereits duftende Bowle, auf deren Gefäß er natürlich den obligatorischen Zuckerkegel präparierte. D.h. abwechselnd mit Müller-Lautenschläger beträufelte er ihn mit kräftigem Rum, und wer gerade eine Hand frei hatte, nahm sich die kleine Kelle mit dem brennbaren Alkohol, um sich mit ihr von den Kerzen das Feuer für den alkoholgetränkten Zucker zu holen, der nicht nur entflammte, sondern auch schnell zu schmelzen begann und in die Bowle tropfte. Während dieser genussvollen Prozedur an der blau züngelnden Flamme wurde zugleich das Vorspiel abgehandelt, welches das Nachspiel verständlich machte. Immerhin hatte es auch für die Besucher eine Kostprobe dieses betörenden Getränks gegeben, die übrigens nicht die einzige während der etwa 90-minütigen Vorstellung blieb. Doch dann wurde es ernst: Meier-Lautenschläger als personifizierter Lehrkörper und Schuldirektor trat ans Katheder und befahl: "SötzenSöSech!" Die Stentorstimme hätte jeden in die Stühle gedrückt, wäre da nicht noch Oberprimaner Pfeiffer gewesen, von Jan Damitz verkörpert wie alle burschikosen Burschen dieser Klasse. Mit seinen drei F im Namen und dem Professor "Schnauz", der in diesem Fall nicht bis drei zählen konnte, nahm die Geschichte die bekannte Fahrt auf und – ob Spieler oder Zuschauer – von da an waren wir alle wieder "Schöler einer höheren Lehranstalt", jauchzten über die Streiche der Lümmel mit dem "fiesen Charakter" und lachten über die hereingelegten Schulmeister, als hörten wir das alles zum ersten Mal. Die beiden Schauspieler in den vielen Rollen wussten bei allem Spaß an der Schadenfreude aber auch zu differenzieren und z.B. nicht pauschal eine dünkelhaft-trottlige Lehrerschaft bloßzustellen. Da wurde schon ordentlich "durchdekliniert". Lehrer Bömmel und die Dampfmaschin' auf der einen Seite, "Schnauz und die alkoholische Gärung mit dem angeblichen "Massenbesäufnis" auf der anderen. Ein Kabinettstückchen natürlich die Szene, in der ein einziges handgeschriebenes, natürlich unzutreffendes Hinweisschild für einen Tag den Schulbetrieb lahmlegte (und ein bisschen Nationalcharakter entlarvte). Oder Pfeiffers Lehrerparodie auf "Schnauz", die zum schweißtreibenden Ernst unter der Aufsicht der Obrigkeit eskalierte. Ach ja, stöhnten wir Älteren im Publikum, was waren das für Zeiten am Humangymnasium!
Torsten Preußing


"Rund um das Thema Feuerzangenbowle" (Der PreußenSpiegel, 07.01.2009)

...wurde den Gästen das beliebte Getränk von den beiden Schauspielern Jan Damitz und Mathias Kunze kredenzt. Anschließend lasen beide bei Kerzenschein aus einer Abwandlung des Romans "Die Feuerzangenbowle". Die Geschichte des jungen Schriftstellers Johannes Pfeiffer,
der als Oberprimaner verkleidet das Gymnasium der kleinen Stadt Babenberg besucht,..und gemeinsam mit seinen Klassenkameraden den Lehrern so manchen Schülerstreich spielt,
stellten die beiden Darsteller so realistisch dar, dass die Gäste aus dem Lachen nicht mehr
heraus kamen. So ganz nebenbei achteten sie auch darauf, dass das edle Heißgetränk in den Gläsern der Gäste nachgefüllt wurde.
Der große Applaus nach der Lesung zeigte deutlich, wie gut die beiden sympathischen Akteure
ihr künstlerisches Handwerk verstehen...


"Feurige Bowle und wilde Streiche" (MAZ, 12.02. 2006)

NETZEBAND-Die lustigen Abenteuer des Hans Pfeiffer wurden am Sonnabend auf orginielle
Weise wiederbelebt. Bei Kerzenschein und Kaminfeuer lasen die Schauspieler Jan Damitz und Mathias Kunze aus der "Feuerzangenbowle".
Damitz und Kunze sorgten dafür, dass am Sonnabend kein Auge trocken blieb.
Die beiden lasen und spielten die Figuren mit großer Leichtigkeit nach. Die Streiche, die die Pennäler ihren Lehrern spielten, sind zeitlos und lustig.
...Die einzelnen Lehrer wurden von Mathias Kunze gekonnt mit den unterschiedlichsten Dialekten karikiert.
...Der Gipfel aller Streiche war erreicht, als Hans Pfeiffer seinen Chemielehrer nachahmte.
...Jan Damitz und Mathias Kunze gaben dabei zum Schluss ihr Bestes und die Zuschauer lachten Tränen. Dank Kerzenschein, Kaminfeuer und humorvoller Erzählkunst hätte man an diesen Abend den Schauspielern wohl noch lange zuhören können.