Pressestimmen


"Advent, Advent – kein Platz bleibt leer" (MAZ, 04.12. 2010)

500 Gäste kamen gestern Nachmittag zur großen Seniorenweihnachtsfeier der Stadt / Der Neuruppiner Stadtgarten war ausverkauft

NEURUPPIN - Es ist rappelvoll im Neuruppiner Stadtgarten. Auf den ersten Blick scheint es keinen freien Platz mehr zu geben..
Jedes Jahr veranstaltet die Stadt Neuruppin eine große Weihnachtsfeier für alle älteren Einwohner aus Neuruppin und den Ortsteilen. Schon Wochen vorher sind die Plätze meist vergeben..
Texte von Theodor Fontane hatten sich Schauspieler und Sänger Jan Damitz und sein Kollege Bert Mario Temme am Klavier für ihr Adventsprogramm herausgesucht. Und das, obwohl Fontane doch eigentlich gar kein Freund des heiligen Festes war, wie Jan Damitz ermittelt hat: „Man würde heute wohl sagen, er war ein richtiger Weihnachtsmuffel.“ Vorstellen konnte sich das gestern freilich kaum einer. Die Gedichte, die Jan Damitz mitgebracht hatte, beweisen eher das Gegenteil: „Und was jüngst noch, fern und nah, Bunt auf uns hernieder sah, Weiß sind Türme, Dächer, Zweige, Und das Jahr geht auf die Neige, Und das schönste Fest ist da . . .“
Ein schönes Fest war es auch für die Gäste im Stadtgarten..




"Erfahrungen mit Heimat- Bewohner aus Marzahn NordWest erzählen auf einer CD aus ihrem Leben" (Berliner Woche, 15.06. 2011)

Marzahn. Der Schauspieler Jan Damitz hat mit Schülern der Falken-Grundschule und deren Eltern
eine Hör-Dokumentation erarbeitet. Diese vermittelt einen Eindruck davon, wie Menschen verschiedener kultureller Herkunft sich in Marzahn- NordWest fühlen.

Der Titel der Hör-Dokumentation von Jan Damitz „Zuhören“ist Programm. Er sagt alles über
die Herangehensweise des Schauspielers aus.Erst nach stundenlangem Befragen von
Bewohnern des Stadtteils Marzahn-NordWest stellte er eine CD zusammen, die für sich selbst sprechen soll. „Marzahn-NordWest hat einen der größten Migrantenanteile im Bezirk“, erläutert Damitz seinen Ansatzpunkt. Im Grunde genommen sind aber alle Bewohner Zugezogene im Neubaugebiet. Daraus entwickelte er ein Projekt, das er im vergangenen Jahr beim Bezirksamt einreichte. Das Konzept überzeugte, denn er bekam Mittel aus dem Programmkulturelle Bildung. Damitz hat bereits vor zwei Jahren zusammen mit Schülern an der Falken- Grundschule ein Hörspiel erarbeitet. Es handelte sich um eine Umsetzung der Geschichte von Kästners „Emil und die Detektive“ nach
Marzahn-NordWest. Mit dem Doku-Hörstück „Zuhören“ begab er sich auf Neuland. Nicht mehr Fiktives war zu entwickeln, sondern der Realität ihr eigener Klang abzulauschen. Die zentrale Frage, die Damitz aufwarf: Was ist das für Sie –Heimat? „Es war auch nicht ganz leicht, genügend Familien zu finden, die bereit waren,
mitzumachen“, sagt der Schauspieler. Schließlich erklärten sich neun Familien bereit, aus ihrem Leben zu plaudern, darunter drei deutsche, drei russlanddeutsche, eine vietnamesische und eine aus Polen stammende Familie sowie ein Paar, sie Tschechin und er Sorbe. Damitz legte allen den gleichen Fragenkatalog vor, nahm die Antworten im Tonstudio der derArt gGmbH in der Falken-Grundschule auf. Die fertige CD umfasst insgesamt 284 Minuten Originaltext. „Zunächst habe ich bei der Arbeit selbst sehr viel hinzugelernt“, sagt Damitz. Er war beispielsweise von den Vor-Geschichten der Russlanddeutschen, den Verfolgungen während der Stalinzeit,
äußerst berührt. Ähnlich emotional betroffen haben ihn die Erfahrungen der Vietnamesen gemacht, die in die DDR als Leiharbeiter kamen. „Die waren richtiggehend isoliert – auch in den Betrieben“, sagt Damitz.
Ursprünglich sollte es nur eine CD von 90 Minuten Länge werden. Aber Damitz konnte sich nicht entschließen,
die Erinnerungsberichte nachhaltig zu kürzen. „Es ist jeweils eine eigene Geschichte des Ankommens und des Aushaltens.“
Die Hör-Dokumentation „Zuhören“ wird am Montag, 20. Juni, um 18 Uhr im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf,
Alt-Marzahn 51 präsentiert. Die befragen Familien sind auch dabei. Es ist geplant, die CD über eine „Hörstation“ in der Dauerausstellung zur Bezirksgeschichte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. hari